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Florian Wentzel – eine äußerst erfolgreiche Schulkarriere an der Paula

 

 

Privataufnahme

 

Florian ist ein Schüler der Musikbetonten Gesamtschule "Paul Dessau" Zeuthen, dessen Entwicklung ich als Leiter des Schülerforschungszentrums (SFZ) über Jahre verfolgt und begleitet habe. Er ist jetzt in der 13. Klasse und macht Abitur. Als er in der 10. Klasse war, hatten wir Kontakt zu der Zeuthener Firma Deutzer Technische Kohle GmbH aufgenommen. Der Geschäftsführer, Manfred Deutzer, lud uns in seine Firma ein und begeisterte die Jugendlichen, die damals den JIA Kurs (Junior Ingenieur Akademie) – ein Wahlpflichtfach an unserer Schule in der 9. und 10. Klasse – besuchten. Aus einem ausgeschlachteten Modellbus entstand dann ein Obus Modell, wofür uns die Firma Deutzer Technische Kohle GmbH Sponsormittel zur Verfügung stellte. Dieses Modell hatte einen neuartigen Stromabnehmer, den dann die Firma Deutzer Technische Kohle GmbH zum Patent anmelden konnte. Das Thema Obus hat unsere Schüler dann über einige Jahre beschäftigt, wobei die Idee war, dass dieses Modell irgendwann automatisch andrahten kann, d.h. den Stromabnehmer an die Leitung führen. Das gelang auch, erst im Stand und dann, im vorigen Jahr, auch in Bewegung, bei einem weiteren Modell, das entstanden war. Dieses Projekt zur Demonstration von nachladbarer Elektromobilität war so erfolgreich, dass Florian es 2024 auf dem Bundesfinale von Jugend forscht vorstellen konnte.

Florian zeichnete sich in der ursprünglichen Dreiergruppe durch seine Programmierkenntnisse, sein verbindliches und freundliches Wesen und seine Ausdauer aus. Was er dieses Jahr vorstellte, ist auch wieder Ausdruck davon. Er hatte schon in der 10. Klasse festgestellt, dass die verfügbaren Schulapps, die den Schülern helfen sollen, den Stundenplan, Hausarbeiten und Zensuren zu verwalten, alle irgendwie unzulänglich sind. Auch da hatte er sich zunächst mit einem Freund an die Aufgabe gemacht, eine eigene zu entwickeln und hat das dann allein zu so einem Ergebnis gebracht, dass heute jedermann diese, seine App, kosten- und werbefrei im Google Playstore herunterladen kann und dieser Tage sogar noch im App Store von Apple. Dieses Ergebnis brachte ihm dieser Tage den dritten Platz beim Landeswettbewerb von Jugend forscht in Schwarzheide ein und einen Sonderpreis der Carl Zeiss AG.

Eine weitere Facette seiner erstaunlichen Fähigkeiten soll noch Erwähnung finden: Die Firma Deutzer Technische Kohle GmbH beschäftigt sich vorwiegend mit hochkomplexen Messsystemen für Schienenfahrzeuge in aller Welt und bietet für talentierte Schüler hochwertige Arbeit an. Natürlich sind diese Fähigkeiten erst einmal unter Beweis zu stellen, und als sich Florian um so eine Arbeit bewarb, regte Manfred Deutzer an, dass der Chef der IT Abteilung, Thomas Winkler, ihm mal eine Aufgabe geben solle, die Florian so an die zwei Tage beschäftigen würde, und so wurde es auch gemacht. Zum Erstaunen des erfahrenen Programmierers kehrte Florian schon nach einer halben Stunde zurück und fragte, ob das nicht die Lösung sei, und es war die Lösung.

Nun bleibt mir zu wünschen, dass Flo, wie er von seinen Freunden genannt wird, ein ebenso gutes Abitur hinlegt und er erfolgreich ins Studium starten kann.

Dr. Christian Rempel, Leiter SFZ Zeuthen

 

 

Schülerforschungszentrum der Musikbetonten Gesamtschule Zeuthen

Im Jahre 2015 wurde das Schülerforschungszentrum Zeuthen mit Mitteln der Friedrichs Stiftung und Jugend forscht Mitteln gegründet. Es ist noch heute das einzige offizielle Schülerforschungszentrum im Land Brandenburg und stellt eine Anerkennung für die Leistungen dar, die die Musikbetonte Gesamtschule „Paul Dessau“ Zeuthen in der Jugend forscht Bewegung aufzuweisen hatte. Das waren jedes Jahr bis zu sieben Jugend forscht Projekten. Es gibt regelmäßige Öffnungszeiten (Donnerstag 14 bis 18 Uhr), aber es können auch Freistunden und vereinbarte Termine genutzt werden. Das Equipment besteht aus elektronischen Ausrüstungen, optischen und chemischen Komponenten, wie z.B.

Laptops, Oszilloskope, Messgeräte, Lötstationen, Fotometer, 3D Drucker

Die Arbeiten werden durch Betreuer angeleitet, dafür stehen Dr. Rempel (Physiker) und Herr Sawal (ehemaliger Fachlehrer für Biologie und Chemie) zur Verfügung, aber es sind auch Eltern eingeladen, Projekte zu betreuen. Dennoch muss betont werden, dass es sich bei der Jugend forscht Bewegung um eine individuelle Angelegenheit handelt, entweder allein oder in Gruppen bis zu drei Jugendforschern. Somit ist Eigeninitiative gefragt!

Parallel zu den Arbeiten im Schülerforschungszentrum gibt es an unserer Schule ein Wahlpflichtfach (JIA - Junior Ingenieur Akademie) in den Jahrgangsstufen 9 und 10. Besonders begabte Schüler arbeiten in kleinen Gruppen an fortgeschrittenen Projekten. In dieser Ausbildung werden besonders Arduino Kenntnisse vermittelt und praktisch angewendet.

Die Finanzierung des Schülerforschungszentrums erfolgt im Wesentlichen über den Schulträger, die Gemeinde Zeuthen, die Vereinigung der Förderer (VdF) und einzelne Spenden, wie der Firma Deutzer, die freundlicherweise für den Bau eines neuartigen OBus-Modells 2020 1000 € gespendet haben. Gerade was Verbrauchsmaterialien anbelangt, ist die Situation in Coronazeiten schwieriger geworden, diese zu finanzieren.

Beim Tag der offenen Tür konnten wir bisher immer eine große Resonanz verzeichnen. Die Besucher waren gespannt auf die vorgestellten Projekte und ließen sich diese von den Schülern eingehend erläutern. Ein Ziel des Schülerforschungszentrums besteht auch in der Öffnung gegenüber anderen Schulen, die unsere Angebote nutzen wollen. Das ist sowohl im Rahmen thematischer Veranstaltungen möglich als auch durch den Aufbau persönlicher Kontakte.

Im Rahmen der SFZ-Arbeit ist auch die Gründung einer Schülerfirma geplant. Noch müssen alle rechtlichen und organisatorischer Rahmenbedingungen geklärt werden. Dabei ist geplant, die Arduino Mikrocontroller Technik mit der Lego Technik zu verbinden.

Dr. Christian Rempel

 

 

Flyer

Schuelerforschungszentrum 03 S1

 

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